Mittwoch, 11. März 2009

Der schnellste Weg zum Erfolg? Linkbaiting?



Wenn man die Entwicklung des Internet aufmerksam verfolgt, kommt man schnell zu dem Ergebniss, das es immer wieder verschiedene Hypes um diverse Marketingstartegien im Netz der Netze gibt. Webrings, Toplists, PageRank, Linktausch, viral Marketing, etc. Einer dieser Hypes, ist das heute aktuell gewordene Linkbaiting. Aus gegebenem Anlass machen also auch wir uns einige Gedanken zu Stärken und Schwächen von Linkbaiting als erfolgreicher (?) Marketing Maßnahme.

Gerade noch war der SEO- (=Suchmaschinenoptimierungs-) Hype noch voll im Gange, da zaubern die Marketinggurus das nächste Wundermittel hervor. Man kann die Entwicklung paradoxerweise - ähnlich wie das Verhältnis von web 2.0 zu web 1.0 - als eine "Back to the roots" Bewegung betrachten. Versuchte man unlängst noch mit technischen Methoden auf einen möglichst hohen PageRank bei Google zu gelangen, und seine Seite damit mutmaßlich möglichst weit vorne in den Suchergebnissen wiederzufinden, nährte sich langsam aber doch die Erkenntnis, daß nicht die Suchmaschine, sondern der Internetuser der eigentliche Adressat jedes Webauftrittes ist. Kluge Köpfe zogen aus dieser Beobachtung folgenden Schluß: Wenn der Mensch vor der Maschine der eigentliche Ansprechpartner meiner Seite ist, gelingt es mir die Qualität meines Angebotes und meine Userstatistik dadurch zu verbessern, möglichst viele User von meinem Internetauftritt zu beeindrucken. Das ist die eine Hälfte der Geschichte.

Nun ist jedermann schnell klar, daß Webmaster eher auf Seiten verlinken - und dem Webmaster somit wertvolle Backlinks generieren - , wenn Ihnen die verlinkte Seite gefällt. Anstatt selbst möglichst viele Foren mit möglichst vielen Kommentaren vollzuspammen, soll der User - der Endabnehmer - durch den Webmaster selbst zu einem Verteiler von dessen Angeboten gemacht werden. Mir als Webmaster bringt das natürlich eine enorme Zeitersparnis, spanne ich doch den potentiellen Kunden als Multiplikator meines eigene Angebotes ein. Und das war auch schon die andere Hälfte der Geschichte.

Linkbaiting zielt nun in erster Linie darauf ab, sich möglichst effektive Methoden auszudenken, den User möglichst schnell von der eigenen Seite zu überzeugen. Eine wertvolle und wichtige Rolle spielen dabei die Titel der Beiträge auf einem spezifischen Angebot wie etwa einem Blog. Viele Webmaster haben entdeckt, daß gut klingende Titel wie "Der schnellste Weg zum Erfolg", "Der schnellste Weg zu hunderten Backlinks", etc. von außerordentlich linkophiler (=linkfreundlicher) Beschaffenheit sind. Irgendwie suggerieren diese Überschriften, hier schriebe ein außerordentlicher Experte, der uns arme unwissende Surfer an seinen glorreichen Erkentnnissen teilhaben lässt. Großartig, nicht wahr? Und auf solcherart großartige und herzerweichende Beispiele unendlicher Freigibigkeit verlinkt man angeblich gerne. Soweit also die Theorie. Linkbaiting durch programmatisch klingende Überschriften sozusagen. Wie sieht das aber in der Praxis aus?

Auch hier stellt sich vmtl. bald wieder Ernüchterung ein. Das Userverhalten der meisten Surfer lässt sich derzeit auf die einfache Maxime "Wir wollen alles haben, aber geben wollen wir nichts!" reduzieren.  Also wird man über kurz oder lang nicht darum herumkommen den User dazu zu motivieren diese Maxime zu dekonstruieren. Das funktioniert am Besten dadurch, dem User schlicht und sachlich zu erklären was er davon hat selbst aktiv zu werden. Blogspot etwa ist ein gelungenes Beispiel für diese Form von "individual-viral" Marketing. Blogspot sagt nicht: "der beste Weg zu hunderten Backlinks" oder "der schnellste Weg zum Erfolg!", sondern schlicht: "Ein Blog ist eine bedienerfreundliche Website, auf der Sie schnell und kostenlos Ihre Ideen, Informationen und mehr veröffentlichen und sich mit anderen austauschen können." That's it. Ein Blog ist einfach und gratis, und sie können damit was immer sie wollen mit anderen teilen. Wow. Ich hege den Verdacht, würde Blogspot den Slogan in ein linkbaitiges Statement abwandeln, wäre auch der Useransturm nicht ganz so groß, wie er de facto heute ist. Denn das ist das Problem an zu linkgebaitetten Titeln: Sie wirken irgendwie schmuddelig und werden geradezu mit einer Aura des Unseriösen umweht.

Deshalb möchte ich Ihnen heute ein alternatives Konzept zum modern gewordenen Linkbaiting vorschlagen: Bleiben Sie einfach bei der Wahrheit. Formulieren Sie diese kurz und knackig und der Erfolg wird sich über kurz oder lang auch einstellen. Und dies um vieles intensiver und nachhaltiger als es mit manipulativen Methoden herbeizuzaubern wäre....

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